Besuchsdienst mit Hund

Beim Besuchsdienst mit Hund besuchen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser mit ihrem eigenen Hund Senioren-, Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Privathaushalte mit alten und/oder pflegebedürftigen Menschen.

Besuchsdienste mit Hund können die Lethargie und Einsamkeit zurückgezogener Menschen durchbrechen und jungen, alten, behinderten und kranken Menschen Freude bereiten. Tiere schaffen oft mit Leichtigkeit, was Menschen nicht vermögen.

Besonders Hunde sind in der Lage, Körper, Geist und Seele aufs Tiefste zu berühren und zu bewegen. Menschen mit körperlichen oder geistigen Handicaps zeigen häufig überraschende Reaktionen: Demenzerkrankte beispielsweise, die nicht mehr sprechen und keine Mimik zeigen, öffnen sich und wollen das Tier berühren. Das Ballspiel mit dem Hund, das persönliche Gespräch mit dem Hundeführer, das generelle Gefühl, nicht allein gelassen zu sein: dies schafft Vertrauen in sich und andere, fördert Lust an der Kommunikation und erhält die Mobilität, die im höheren Alter ein Geschenk ist. 


Ausbildung zum Besuchshundeteam

Wer mit seinem Hund alte oder kranke Menschen besuchen und damit Aufmerksamkeit und Freude schenken möchte, erhält von den Maltesern eine facettenreiche und anspruchsvolle Ausbildung. Im Zuge dieses Besuchsdienst-Trainings werden Mensch und Hund nicht nur profund vorbereitet, sie werden auch mit all den Schwierigkeiten, die ein solches Engagement mit sich bringt, konfrontiert. Schließlich soll das Ehrenamt die Freiwilligen zwar fordern, nicht aber überfordern.

Ausbildung der Teilnehmenden

Ausbildung der Teilnehmenden

Die Ausbildung für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen besteht aus acht Modulen, die in Gruppenabenden, aber teilweise auch online absolviert werden können:

• Es wird abgefragt, warum wir uns engagieren möchten und wie es mit unseren Möglichkeiten und Kraftreserven bestellt ist.
• Nähe und Distanz ist ein weiteres Thema: Wo liegen meine Grenzen, wo die des zu Besuchenden. Wann ist es Zeit zu gehen, wie nahe darf ich meinem Gegenüber kommen?
• Kommunikation, verbal und non verbal wird trainiert, gerade auch im Umgang mit demenziell Erkrankten. Inwieweit unterliege ich der Schweigepflicht.
• Wer sind die Malteser, wofür stehen sie? Welche Bedeutung hat das für meine Arbeit?
• Wie gehe ich mit Alter und Krankheit um? Worauf muss ich bei dementen Menschen achten? Wie kann ich Hilfestellung geben, wie verwende ich Pflegehilfsmittel?
• Und nicht zuletzt: Wie gehe ich mit Sterben, Tod und Trauer um?
• Ein wichtiges Modul ist die Sensibilisierung zur Prävention und Intervention sexueller Gewalt.
• Ein Erste-Hilfe-Kurs gehört selbstverständlich auch zur Ausbildung

Ausbildung der Besuchshunde

Ausbildung der Besuchshunde

Die Ausbildung für den Hund umfasst vier Doppelstunden mit abschließender Prüfung und einer Einführung zum Thema tierärztliches Basiswissen.  Zur Prüfung sollten Mensch und Hund folgende Aufgaben beherrschen:

• Leinenführigkeit: Der Hund soll mit lockerer Leine mitlaufen, dazu gehören Tempowechsel, Richtungswechsel, Begrüßungssituationen, Treffen anderer Hunde.
• Ungewohnte Bewegungsmuster: Eine fremde Person humpelt, stampft, klatscht, stolpert, schreit. Sie trägt einen Stock, Hut oder Umhang. Die Hunde dürfen zurückweichen, aber weder panisch noch aggressiv reagieren.
• Merkwürdige Gegenstände: Die Hunde müssen über ungewohnte Untergründe (z.B. Wackelbrett, Gitter, Knisterfolie...) laufen und ungewohnte Situationen aushalten (ein Regenschirm wird aufgespannt, Putzmittel oder Desinfektionsspray werden versprüht...).
• Futter widerstehen: Der Hund muss an lockerer Leine an einem gefüllten Futternapf vorbeigehen können und wir dann fünf Meter neben dem Napf abgelegt. Nach einer Minute wird er abgerufen, ohne den Fressnapf auf dem Weg zu leeren. Der Hund darf ein Leckerli aus der Hand einer fremden Person nur auf ausdrückliche Erlaubnis nehmen.
• Abruf: Der Hund spielt mit einer fremden Person und muss aus dieser Situation abgerufen werden.

Ehrenamtlich mitwirken

Ehrenamtliche Aufgabe

Ehrenamtliche Aufgabe

Besuch von Einrichtungen in Begleitung Ihres eigenen Hundes.

Durch den Hund als Bezugspunkt ermöglichen wir neue Impulse in der Kommunikation
und in den Emotionen bei alten, kranken oder behinderten Menschen.

Das bieten wir Ihnen

Das bieten wir Ihnen

  • Bewegende und bereichernde Begegnungen mit Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.
  • Eine qualifizierte Ausbildung, für Mensch und Hund.
  • Fruchtbarer Erfahrungsaustausch und Reflexion in der Gruppe.
  • Eine nette Gemeinschaft, die Sie als Individuum achtet und sich auf Sie freut.
  • Unterstützung und Hilfe durch Fachkräfte.
  • Umfangreicher Versicherungsschutz bei Ihrem Einsatz.
Ihr Zeitaufwand

Ihr Zeitaufwand

Zunächst absolvieren Sie mit Ihrem Hund eine Begleithundeausbildung. Es handelt sich um ca. 10 Trainingseinheiten. Im Anschluss daran wird mit Ihnen Ihr Einsatzgebiet festgelegt in dem Sie wöchentlich ca. 2-3 Stunden bedürftigen Menschen Ihre Zeit schenken.

Parallel dazu treffen Sie sich in der Regel einmal monatlich gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern Ihres Dienstes, um sich auszutauschen und Ihre Erfahrungen zu reflektieren.

Unsere Erwartungen

Unsere Erwartungen

Für die Arbeit beim Besuchs- und Begleitungsdienst sollten Sie Folgendes mitbringen:

  • Freude im Umgang mit anderen Menschen
  • Einfühlungsvermögen
  • die Bereitschaft, Anteil am Leben Anderer zu nehmen
  • Authentizität
  • Geduld
  • ein offenes Ohr
  • Lebenserfahrung
  • die Bereitschaft, Erfahrungen regelmäßig in der Gruppe zu reflektieren

Für die Wahrnehmung Ihrer Aufgaben werden Sie von uns angeleitet, ausgebildet und begleitet.

Ihre Ansprechpartner vor Ort

Bad Reichenhall

Bad Reichenhall

Ute Lorenzl
Leitung Besuchsdienst mit Hund
Tel. 08651 76260725
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Dachau

Dachau

Iris Kölbl

Iris Kölbl
Besuchs- und Begleitungsdienst
Tel. 08131 3330594
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München

München

Lilli Fischer

Lilli Fischer
Ehrenamtliche Gruppenleiterin
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