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Malteser im Erzbistum München und Freising

Malteser ziehen trotz Unwetter positive Einsatz-Bilanz

Malteser Hilfsdienst am Chiemsee Summer 2017

20.08.2017

Chiemsee/Übersee. Die Bilanz des Malteser Hilfsdienstes, der seit 2003 den Sanitätsdienst beim Chiemsee Summer leistet, ist positiv. Drei Tage lang war die Stimmung am Chiemsee Summer friedlich und die rund 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatten Gott sei Dank nur wenig Arbeit. Bis Samstagabend (Stand: 18.00 Uhr) behandelten die Sanitäter und Notärzte in der eigens eingerichteten Unfallhilfsstelle sowie in einer Sanitätsstation 689 Patienten. 26 Patienten mussten zur weiteren Versorgung in eines der umliegenden Krankenhäuser transportiert werden. Die 689 Hilfeleistungen liegen deutlich unter der Zahl der Erstversorgungen in den letzten Jahren. Martin Draheim, Einsatzleiter der Malteser, sprach den Fans auf dem Chiemsee Festival ein Kompliment für ihr vorbildliches Verhalten und friedliches Feiern aus. Draheim lobte auch die Disziplin der Festivalbesucher, als am Freitagabend gegen 22 Uhr ein Unwetter mit kräftigem Wind und Starkregen aufzog und entschieden wurde das Festivalgelände zu räumen und die Besucher zu evakuieren. Für die Hilfs- und Rettungskräfte trat ein Notfallplan in Kraft, der den Einsatz von mehr als 500 Kräften von Feuerwehren, Malteser Hilfsdienst, Bayerischem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerkt, DLRG und Wasserwacht zur Folge hatte.

 

In den ersten beiden Stunden nach Aufzug des Unwetters wurden rund 50 Erstversorgungen registriert. Der Großteil der Patienten wurde nur leicht verletzt, zog sich Kopfverletzungen durch umherfliegende Gegenstände oder Schnittverletzungen an Händen und Füßen zu. 22 Verletzte, die sich in Folge des Sturms verletzten, mussten in der Nacht von Freitag auf Samstag in Krankenhäuser transportiert werden. Viele Besucher wurden auf Grund von psychischen Belastungen, Angst und Stress von den Malteserhelfern, unter anderem von Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams (KIT) versorgt und betreut. „Wir sind sehr froh, dass es keine größeren Verletzungen gab und wir auf diese Fälle bestens vorbereitet sind“, so Martin Draheim. Da viele Zelte vom Wind und Regen zerstört wurden, wurde eine Reithalle in Übersee zu Notunterkunft und Übernachtungsmöglichkeit für rund 450 Evakuierte umgebaut. Auch in Grabenstätt in der der Turnhalle fanden 90 Besucher Zuflucht. Die Sondereinsatzgruppen der Malteser betreuten die evakuierten Personen die ganze Nacht über. Am frühen Samstagmorgen gab der Veranstalter bekannt, dass das Festival nicht mehr fortgeführt werden kann und erklärte den Chiemsee Summer für beendet. Der Sanitätsdienst der  Malteser blieb jedoch noch bis Samstag um 18 Uhr im Einsatz, bis fast alle Festivalbesucher abgereist waren.

 

Während des gesamten Festivals standen die Malteser mit einer extra eingerichteten Unfallhilfsstelle, einer Sanitätsstation und zahlreichen mobilen Erstversorgungsteams auf dem Festivalgelände für medizinische Versorgungen zur Verfügung. Auch standen mehrere Notärzte sowie Rettungs- und Krankenwagen rund um die Uhr für Notfälle aller Art bereit. Vor dem Unwetter machte den Besuchern vor allem das heiße Wetter zu schaffen. „Kreislaufbeschwerden, Sonnen- und Insektenstiche, Sonnenbrand und Dehydrierungen wurden behandelt“, so Einsatzleiter Draheim. Viele Festivalgäste waren zu dem barfuß oder nur mit Flip-Flops unterwegs. Deshalb kam es häufig zu Schnittverletzungen, Blasen an den Füßen oder kleineren chirurgischen Behandlungen. Die meisten Verletzungen wurden direkt in der Unfallhilfsstelle der Malteser versorgt oder genäht und die Patienten konnten anschließend weiterfeiern. Lediglich 26 verletzte oder erkrankte Festivalbesucher mussten vom öffentlichen Rettungsdienst zur weiteren Versorgung und Behandlung in Kliniken transportiert werden.

 

„Der Chiemsee Summer ist während des Jahres die größte Veranstaltungen, bei der die Malteser den Sanitätsdienst sicherstellen“, informierte Draheim. Täglich waren rund 200 Helferinnen und Helfer im Zwei-Schicht-System im Einsatz. Die Einsatzkräfte kommen aus Malteser-Gliederungen in der gesamten Erzdiözese München und Freising. Besonders die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr Übersee, Deutscher-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Gemeinde Übersee und dem Festivalveranstalter lobt der Einsatzleiter: „Seit vielen Jahren wird gut und kameradschaftlich zusammengearbeitet, es besteht ein ausgezeichnetes Miteinander. Insgesamt leisteten die fast ausschließlich ehrenamtlichen Malteser-Helferinnen und Helfer während des Festivals fast 10.000 Einsatzstunden. Dazu gehört auch die Verpflegungsgruppe, die in der Traunsteiner Dienststelle täglich bis zu 300 Essensportionen für die Einsatzkräfte der Malteser und der Polizei kochte, die Gruppe „Technik und Logistik,“ die für die Infrastruktur von Zeltheizung bis Beleuchtung sorgte, die Einsatzleitung mit den Schnelleinsatzgruppen „Information und Kommunikation“ sowie die Mitarbeiter im „Helfer-Hauptquartier“ in der Schule in Siegsdorf, wo die Helfer während der Einsatztage übernachteten und sich ausruhen konnten.

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