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Malteser im Erzbistum München und Freising

Hilfe unter dem achtzackigen Malteserkreuz

Malteser in Mühldorf ziehen Bilanz für das Jahr 2016

27.03.2017
Bild 1: Unter den Sanitäts- und Hilfseinsätzen des vergangenen Jahres ist die Unterstützung der Betroffenen und Einsatzkräften nach dem Hochwasser in Simbach den Malteser Helfern besonders im Gedächtnis geblieben. (Foto: Malteser)
Bild 2: Für zukünftige Einsätze haben die Malteser in ihrem neuen Betreuungsanhänger die wichtigste Ausstattung schnell zur Hand. (Foto: Malteser)
Bild 3: Neben zahlreichen Kursen in Erster Hilfe führten die Malteser im vergangenen Jahr auch wieder einen Lehrgang zur Schwesternhelferin / zum Pflegediensthelfer durch. (Foto: Malteser)

Mühldorf/Landkreis. Von der Erste-Hilfe-Ausbildung über Fahrdienste bis zum Katastrophenschutz - die Mühldorfer Malteser sind in einem breit gefächerten Aufgabengebiet tätig und blicken für das Jahr 2016 auf zahlreiche erfolgreiche Hilfeleistungen zurück. Den ehrenamtlichen Helfern wird das Jahr insbesondere wegen der kräftezehrenden Einsätze im Rahmen der Hochwasserhilfe in Simbach am Inn in Erinnerung bleiben.

"Noch nicht alle Helfer haben die Eindrücke aus der überfluteten Stadt verarbeitet“, erklärt die Leiterin der Malteser Gliederung Anita Baumert. In der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Simbach versorgten die Helfer um Einsatzleiter Wolfgang Rossau verzweifelte und durchnässte Menschen voller Schlamm mit trockener Kleidung, Tee, Kaffee und Essen. „Manche kamen ohne Schuhe, weil die im Schlamm steckengeblieben sind“, erinnert sie die Leiterin, die auch selbst vor Ort mithalf. An mehreren Tagen waren jeweils sechs bis neun freiwillige Helfer rund 14 Stunden im Einsatz, so dass insgesamt über 700 Helferstunden zusammenkamen. „Eine große Herausforderung für unsere engagierte, aber nicht so große Truppe, die aber das Gemeinschaftsdenken und den Zusammenhalt bestärkt hat“, resümiert Baumert.

Die Erfahrungen aus dem Einsatz in Simbach führten zu der Entscheidung, einen speziellen Betreuungsanhänger für den Katastrophenschutz anzuschaffen, damit die Helfer bei derartigen Einsätzen schneller und professioneller helfen können. Neben einem Zelt, in dem bis zu 50 Betroffene gleichzeitig betreut und versorgt werden können, beinhaltet der Anhänger eine Basis-Küchenausstattung. „Dieser Anhänger wurde von den Maltesern in Eigenleistung finanziert. Er komplettiert unsere Katastrophenschutz-Ausrüstung in Mühldorf“, erklärt Sebastian Freiherr von Bechtolsheim, Kreisbeauftragter der Malteser im Landkreis Mühldorf.

Von den Angeboten an sozialen Diensten für Menschen mit Behinderung, Senioren und betreuungsbedürftige Patienten wurde im vergangenen Jahr in besonderer Weise der Fahrdienst in Anspruch genommen. Über 415.000 Kilometer waren die Malteser mit neun rollstuhlgerechten Fahrzeugen in verschiedenen Größen und zwei Liegendfahrzeugen unterwegs, um Menschen in Stadt und Landkreis und bei Bedarf auch darüber hinaus die erforderliche Mobilität zu bieten. Ein großer Teil der Fahrten betraf Dialysepatienten, aber viele Patienten wurden auch zu Ärzten und REHA-Einrichtungen, ins Krankenhaus oder von dort nach Hause gefahren. „Wir führen aber auch Privatfahrten durch, zum Beispiel zu Familienfeiern, zu Beerdigungen oder zur Grabpflege am Friedhof“, berichtet Dienststellenleiterin Ruth Michel. Auch an Weihnachten seien die Mitarbeiter tagsüber zur Verfügung gestanden, um Familien- und Gottesdienstbesuche zu ermöglichen.

Dem Wunsch vieler Menschen, im Alter möglichst in den eigenen Wänden zu bleiben, kamen die Malteser auch im vergangenen Jahr durch den Menüservice und den Hausnotrufdienst entgegen. „Wir freuen uns, seit Oktober neben dem Gebiet um Mühldorf auch die Stadt Waldkraiburg und die nähere Umgebung mit warmen Menüs versorgen zu können“, erklärt Michel. Auch das Liefergebiet für tiefgekühlte Menüs zum eigenständigen Fertiggaren konnte ausgeweitet werden. Den Hausnotrufdienst nutzten im Jahr 2016 rund 15 Prozent mehr Teilnehmer als im Jahr zuvor. „Das ist sehr erfreulich“, sagt Michel, „doch es ist immer noch bedauerlich, dass sich viele Senioren erst dann mit einem Hausnotrufgerät für den Notfall absichern, wenn ihnen schon mal etwas passiert ist."

Im Rahmen des Integrationsdienstes für Kinder und Jugendliche mit Behinderung wurden im vergangenen Jahr zwei Kinder beim Schulbesuch begleitet. „Die Erfahrung aus dem benachbarten Landkreisen zeigt allerdings, dass der Bedarf voraussichtlich noch steigen wird“, vermutet Michel.

Im Bereich der Ausbildung nahmen rund 3.000 Personen an verschiedenen Kursen zur Ersten Hilfe teil. Neben der seit April nur noch eintägigen Grundausbildung in Erster Hilfe für Führerscheinanwärter, Betriebshelfer und andere Interessenten zählten dazu auch Auffrischungskurse und Spezialkurse in Erster Hilfe bei Notfällen bei Kindern oder für Teilnehmer ab etwa 65 Jahren. Mit dieser Teilnehmerzahl im Verhältnis zur Einwohnerzahl im Landkreis gehört die Ausbildung in Mühldorf zu den erfolgreichsten Malteser Dienststellen in ganz Deutschland. „Die gute Qualität unserer Ausbildung spricht sich herum und wir konnten auch viele große Firmen für uns gewinnen“, freut sich Baumert, die als Ausbildungsleiterin einem elfköpfigen Team vorsteht. Auch die bewährte Kooperation mit der Volkshochschule trage zu dem Erfolg bei.

Informationen zu ehrenamtlichen Mitwirkungsmöglichkeiten, Kursen oder sozialen Diensten gibt es unter der Telefonnummer 08631 – 184 88 00 oder im Internet unter www.malteser-muehldorf.de.

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